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Unterschiede bei einer natürlichen Person und einer juristischen Person

Unterschiede bei einer natürlichen Person und einer juristischen Person

Damit Adressaten Eigentümer einer Sache werden, Eigentum erwerben oder veräußern, Rechte durchsetzen und Schuldner von Forderungen sein können, müssen sie so genannte Rechtssubjekte sein. Nur Rechtssubjekte können Träger von Rechten und Pflichten sein, die gesetzlich geregelt werden. Zu Rechtssubjekten gehören natürliche wie juristische Personen.

 

Abgrenzung Rechtssubjekt und Rechtsobjekt

 

Im Gegensatz zu Rechtssubjekten sind Rechtsobjekt nicht in der Lage dazu, Recht zu erwerben oder selbst für Rechte verpflichtet zu werden. Zu der Kategorie der Rechtsobjekte gehören beispielsweise Tiere und Gegenstände. Sie können nicht aktiv am Rechtsverkehr teilnehmen, sich nicht verschulden.

 

Rechtssubjekte: Die natürliche Person und die juristische Person

 

Anders als Rechtsobjekte, können Rechtssubjekte sehr wohl am Rechtsverkehr teilnehmen und sie müssen es sogar. Dabei gilt es, zwei Typen zu unterscheiden. Im Bürgergesetzbuch findet sich der allgemeine Begriff „Rechtssubjekt“ nämlich nicht. Hier werden sie als „Person“ bezeichnet und es wird zwischen einer natürlichen Person und einer juristischen Person unterschieden:

 

Die natürliche Person

 

Eine natürliche Person ist jeder einzelne Mensch. Dabei kommt es weder auf das Alter noch auf sonstige Merkmale des Menschen an. Alle Menschen sind mit Vollendung der Geburt rechtsfähig. Das bedeutet er ist von Geburt an Träger von Rechten und Pflichten. Das Leben des Menschen beginnt mit Vollendung der Geburt und endet mit dem Hirntod.

 

Die juristische Person

 

Juristische Personen hingegen sind keine Personen, also individuelle Menschen, im wörtlichen Sinne. Eine juristische Person ist vielmehr ein Konstrukt bzw. ein Zusammenschluss aus mehreren natürlichen oder juristischen Personen bzw. deren Vermögen. Es muss also stets unterschieden werden zwischen der juristischen Person und den „hinter ihr“ stehenden natürlichen Personen.

Eine juristische Person könnte beispielsweise ein Verein sein, hinter dem mehrere natürliche Personen stehen. Wenn diesem Verein Grundstücke oder Räumlichkeiten gehören, gehören sie der juristischen Person, da der Verein als solche gemeldet ist. Rechtspflichtig sind hier also nicht die natürlichen Personen, sondern der Verein an sich.

 

Die Rechtsfähigkeit wird der juristischen Person grundsätzlich durch das Gesetz anerkannt. Erst dann kann sie selbst Träger von Rechten und Pflichten sein.

Zusätzlich kann bei juristischen Personen zwischen denen des Privatrechts und denen des öffentlichen Rechts unterschieden werden.

Juristische Personen des Privatrechts

 

Hierzu zählen Vereine, Stiftungen und sonstige Personenvereinigungen. 

 

Vereine sind auf Dauer angelegte Zusammenschlüsse von natürlichen Personen zur Verfolgung eines gemeinsamen Zwecks. Nach dem BGB wird unterschieden zwischen dem nichtwirtschaftlichen Verein (dem sog. „Idealverein“) und dem wirtschaftlichen Verein. Ein wirtschaftlicher Verein ist dann gegeben, wenn der Hauptzweck des Vereins darauf gerichtet ist, durch einen wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb Gewinne für den Verein oder unmittelbar für dessen Mitglieder zu erzielen.

Es gibt z. B. Vereine, die eine Darlehenskasse für die Mitglieder beitreiben. Dabei handelt es sich um nichtwirtschaftliche Vereine, da der Hauptzweck nicht darauf gerichtet ist, Geld zu erwirtschaften. Dabei ist es unerheblich, wenn noch „nebenher“ wirtschaftliche Geschäfte und Einnahmen betrieben werden. Ebenso gibt es Vereine mit kulturellem, religiösem oder politischem Hauptzweck (z.B. Förder-, Sport-, Gesangsverein) sowie Wohltätigkeitsvereine, die so und so einen wirtschaftlichen oder nicht-wirtschaftlichen Zweck verfolgen können.

 

Stiftungen sind juristische Personen ohne Mitglieder. Sie bestehen nur aus dem Stiftungsvermögen. Die Stiftung dient der selbständigen Verwaltung dieses Vermögens und verwirklicht so den vom Stifter bestimmten Zweck. Klassische Stiftungszwecke sind soziale Projektzuschüsse oder auch Stipendien. Außer dem im BGB geregelten Verein und der Stiftung gibt es noch andere juristische Personen, welche allerdings auf den Grundgedanken des Vereinsrechts beruhen.

 

Juristische Person des öffentlichen Rechts

 

Juristische Personen des öffentlichen Rechts sind dadurch gekennzeichnet, dass sie öffentliche Aufgaben wahrnehmen und der staatlichen Aufsicht unterliegen. Es gibt drei Arten von juristischen Personen des öffentlichen Rechts: Körperschaften, Anstalten und Stiftungen.

 

Körperschaften des öffentlichen Rechts sind zur Erfüllung öffentlicher Aufgaben errichtete Organisationen. Sie bestehen aus Mitgliedern, sind aber ihrem Wesen nach von ihnen unabhängig. Man kann sie also sehr gut mit Vereinen vergleichen. Bei Körperschaften des öffentlichen Rechts wird außerdem erneut zwischen vier Kategorien unterschieden:

 

  • Gebietskörperschaften, bei denen ein festgelegtes Gebiet für die Mitgliedschaft bestimmend ist. Dazu zählen beispielsweise Gemeinden und Städte.

 

  • Personalkörperschaften wird die Mitgliedschaft nach bestimmten individuellen Eigenschaften geregelt. Das kann z. B. der Fall sein, wenn Menschen einer bestimmten Berufsgruppe dieser Körperschaft angehören. Dazu zählen u. a. Rechtsanwalts-, Apotheker-, Ärzte- oder Handwerkskammern sowie allgemeine Ortskrankenkassen.

 

  • Realkörperschaften hängen von einem gewissen Eigentum oder Besitz ab. Jagdgenossenschaften beispielsweise sind Eigentümer von bestimmten Grundflächen.

 

  • Verbandskörperschaften bilden sich lediglich aus mehreren juristischen Personen. Es kann sich hier z. B. um kommunale Zweckverbände handeln.

 

Anstalten des öffentlichen Rechts sind mit Personal- und Sachmitteln ausgestattete öffentliche Verwaltungseinrichtungen. Hierzu zählen z. B. öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalten oder Sparkassen.

 

Stiftungen des öffentlichen Rechts sind Organisationen denen ein Stifter Vermögenswerte überträgt, um damit bestimmte öffentliche Aufgaben zu erfüllen. Solche Stiftungen haben weder Mitglieder noch Benutzer, sondern Nutznießer. Die Stiftungen des öffentlichen Rechts sind Vermögensmassen und ähneln den Stiftungen des Privatrechts. Beispiele für Stiftungen des öffentlichen Rechts sind beispielsweise Hilfswerke für behinderte Kinder oder die Bundeskanzler-Willy-Brandt-Stiftung.

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